Autobiografie


Bevor ich mich im Bereich Sounddesign selbstständig gemacht habe, war ich zwei Jahrzehnte lang auf der Suche nach mir selbst. Schon als kleines Kind mochte ich die Musik und übte fleißig Instrumente. In der Grundschule war ich ein Träumer und dachte schon viel über die Klänge der Natur und die Farben von Stimmen nach. Die Kunsterziehung und die Musik machten mir sehr viel Lebensfreude.

Mein instinktiver Traum war es nach der Schulzeit eine kreative Laufbahn auszuwählen, doch dieses Vorhaben war voller Stolpersteinen, weshalb ich zunächst über Umwege eine Lehre zum Zahntechniker anfing. Auf meine Lehrzeit folgte anschließend der Zivildienst, in dem ich die Demut vor dem Leben lernte. Danach begab ich mich in die Stadt Dresden, wo ich mir am Anfang als Zahntechniker meinen Lebensunterhalt verdiente. Nach der Arbeit hatte ich hier aber endlich Zeit mich meiner Leidenschaft, der Musik, zu widmen.

Einige Jahre später hatte ich das Bedürfnis etwas neues auszuprobieren und so zog es mich in die Hauptstadt Deutschlands. Ich verliebte mich sofort in Berlin, die Stadt, die wie kaum eine andere durch ihre kosmopolitische Jugend und Fluktuation die Musikszene maßgeblich beeinflusst und prägt. Ich lernte viele interessante Musiker und Tontechniker kennen, die mich noch heute inspirieren. Ich genoss die Zeit dort sehr. Ich arbeitete wieder als Zahntechniker, studierte Filmmusik und Sounddesign und arbeitete zusätzlich als Werksstudent. Das war wahnsinnig anstrengend, aber auch sehr wichtig für mich, denn so lernte ich mein Leben selbst zu finanzieren und meine Arbeit wertzuschätzen.

Als ich das Studium erfolgreich absolvierte, war ich eine zeitlang erwerbslos und suchte dringend eine Anstellung. Obwohl Berlin eine schillernde, lebendige Stadt ist, führte ich mich öfter einsam und Kreativität rief mich zu neuen Ufern auf. Diese Identitätskrise weckte in mir den innigen Wunsch, zurück in meine alte Heimat zukehren. Kurz darauf beschloss ich nach Leipzig zu ziehen. Hier fasste ich schnell Fuß, fand neue Freunde und neue Inspirationsquellen für mein musikalisches Schaffen.

Heute bin ich stolz und fast dankbar für die vielen Hürden, die mir im Weg standen. Ohne diese, wäre ich wohl nicht der, der ich heute bin. Glücklich, frei und selbstbestimmt.